Geistreiche Bemerkungen vom 14.03.2010

Die Frage ist oft die Mutter der Lüge.
Wilhelm Busch, dt. Zeichner, Maler u. Schriftsteller, 1832 – 1908

Der Pragmatiker entscheidet Fälle nicht nach Grundsätzen, sondern fallweise.
Ron Kritzfeld

Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt.
Albert Einstein, dt.-amerikan. Physiker, 1921 Nobelpreis für Physik, 1879 – 1955

Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.
aus China

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit an.
Theodor Fontane, Henri Théodore Fontane, dt. Journalist, Theater-Kritiker u. Schriftsteller, (‘Effi Briest’, ‘Die Poggenpuhls’), 1819 – 1898

Arbeit ist der Umweg zu allen Genüssen.
Willy Brandt, Herbert Ernst Karl Frahm, 4. Bundeskanzler der BRD, 1971 Friedensnobelpreis, 1913 – 1992

Alte Knaben haben genauso ihr Spielzeug wie die jungen, der Unterschied liegt lediglich im Preis.
Benjamin Franklin

Im Joghurt gibt es mehr Kultur als in Hollywood.
Alan Rudolph, amerikan. Regisseur, (‘Trouble in Mind’, ‘Afterglow’), Sohn des Schauspielers ‘Oscar Rudolph’ (‘Wells Fargo’), geb. 1943

 

Die Salsa lob ich mir

Wo ich doch gerade über Werbung geschrieben habe, zeigt der Teiledealer.com-Weblog ein schön gefundenes Video. Ich möchte es niemandem vorenthalten.

“And Then There Was Salsa” from Frito Lay Dips on Vimeo.

Natürlich weiß ich, dass die Dipsoße nicht so hergestellt wird, aber ich vermute mal, hier sieht es jeder, dass einem nichts vorgespielt, sondern nur was schönes gezeigt wird. Warum gibt es solche Werbung nicht öfter im Fernsehen?

 

Betrachtungen über grüne Papiertaschentücher

“Raupe im Salat!” – Dieser Ausruf führt meist schnell zur Einstellung der grünbunten Nahrungsaufnahme, ist es auch wirklich nicht schön, wenn diese wandelnden Proteinbomben den Weg alles verdaulichen gehen würden.
Mit den wieder wärmer werdenden Tagen kommt ja auch wieder die Salatsaison, steht das Grünzeug doch im gesunden Ruf und ist es wie geschaffen dafür, die kleinen süßen Fettpölsterchen an der Bikinifigur wegschmelzen zu lassen, damit wieder ungestört im Klischee gebadet werden kann. Für die diätische Ernährung passt in dem Zusammenhang auch, dass gerade die Blattsalate, in Discountern, Super- und auf anderen Märkten erworben, durch die tagelange Reise einen Nährwert wie ein gleich großes Papiertaschentuch haben. Aber sie füllen mit wenig Kalorien den Magen und finden so ihren ansonsten ausgelaugten Sinn.

“Rauke im Salat!” – Diesen Warn- oder besser enttäuschten Aufschrei hätte ich in den letzten Tagen öfters ausgerufen, wenn derartige Lautäußerungen allgemein üblich gewesen wären. Auf der Suche nach abendlicher Nahrung stieß ich immer wieder darauf, auch wenn sie meist mit ihrer italophilen  Bezeichnung einherkam:

Salat Athena
gemischter Salat mit Rucola, mit würzigem Patros (Kuhmilchkäse) …

Salat Nizza
gemischter Salat mit Rucola und Thunfisch …

Salat Evergreen
gemischter Salat mit Rucola, geräucherten Putenbrustscheiben …

Salat Rocco
knackiger Rucola und gemischter Salat mit Serranoschinken …

Salat Napoli
feine Penne mit Rucola, gemischtem Salat …

Salat Rustico
gemischter Salat mit Rucola, aromatischen Cherrytomaten …

Pizza Mediterrana
mit Tomaten und Mozzarella gebacken, anschließend belegt mit Rucola, Serranoschinken …

California Shrimps Salat
gemischter Salat mit Rucola, Cherrytomaten, Ei …

Panini Steak
mit Rucola, Cherrytomaten, Steakstreifen …

Und so weiter, und so weiter.

Muss man das Essen durch dieses Gewächs so verschlimmbessern? Diese Pflanze mag ja gerade in Mode sein, trotzdem muss man sie nicht überall ran machen! Selbst mitten in einem Mettwurstbrötchen habe ich sie schon entdeckt (vergleiche dazu auch Jochen Malmsheimers Ausführungen über Zervelat, im Ansatz hier).

 

Warum darf Werbung eigentlich so schamlos lügen?

So ein Fernsehabend, entspannt auf dem Sofa mit was leckerem zu knabbern dazu, kann doch ein wunderbarer Genuss sein. Natürlich gilt es, das richtige Fernsehprogramm auszuwählen, was durchaus schwierig sein kann. Aber manchmal kommt alles gute zusammen, so dass einen selbst die Werbung nicht stört und man sie sich auch noch ansieht.

Das kann aber durchaus auch eine Strafe sein, vor allem, wenn einem das manipulative Gelüge auffällt. Ins Auge gesprungen sind mir dabei drei Backwarenwerbungen, ein Schokolade-, ein Pizza- und ein Brothersteller, die alle mit schönen Bildern über die handwerkliche Herstellung ihrer Produkte in Kleinserien werben.

Industrielle hergestellte Waren mit handwerklicher Qualität zu bewerben ist eine Lüge. So ist die Liste von Marken, deren Produkte ich nicht kaufe, wieder um 3 gestiegen. Langsam muss ich die mal aufschreiben, sonst vergesse ich noch was. ;-)

 

Geistreiche Bemerkungen vom 07.03.2010

Ich habe eine Diät gemacht und fettem Essen und Alkohol abgeschworen – in zwei Wochen verlor ich 14 Tage.
Tim Allen

Es gibt Millionen von Menschen, die sich nach Unsterblichkeit sehnen, die aber nicht wissen, was sie mit einem verregneten Sonntagnachmittag anfangen soll.
Maurice Chevalier

Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.
Albert Einstein, dt.-amerikan. Physiker, 1921 Nobelpreis für Physik, 1879 – 1955

Du kannst so rasch sinken, dass du zu fliegen meinst.
Marie von Ebner-Eschenbach

So mancher akzeptiert die Kette in dem Glauben, an ihrem Ende befinde sich der Rettungsanker.
Wieslaw Brudzinski, poln. Aphoristiker, geb. 1920

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.
Ernest Hemingway

Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen zu treffen, als ständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.
Charles de Gaulle, Charles André Joseph Marie de Gaulle, frz. Staatspräsident, 1890 – 1970

Ein Leben ohne Freunde ist wie eine weite Reise ohne Wirtshaus.
Jean de la Bruyère, frz. Moral-Philosoph u. Schriftsteller, 1645 – 1696