Geistreiche Bemerkungen vom 07.02.2010

Entspanne dich, lass das Steuer los, trudle durch die Welt, sie ist so schön.
Kurt Tucholsky, dt. Journalist u. Schriftsteller, schrieb u.a. unter den Pseudonymen ‘Kasper Hauser’, ‘Ignaz Wrobel’, ‘Theobald Tiger’, ‘Peter Panter’, 1890 – 1935

Gesundheit und Verstand sind die zwei großen Gaben des Lebens.
Menander, Menandros, griech. Dichter, 342 – 292 v.Chr.

Aschenhaufen haben es gern, wenn man sie für erloschene Vulkane hält.
Wieslaw Brudzinski, poln. Aphoristiker, geb. 1920

Man muß oft erst den falschen Weg gehen, um den richtigen zu finden.
Friedrich Löchner, dt. Pädagoge, geb. 1915

Die Regierung ist hauptsächlich eine kostspielige Organisation, die sich mit Übeltätern abgibt und die Leute besteuert, die sich ordentlich aufführen. Für die anständigen Menschen tut die Regierung ziemlich wenig – abgesehen davon, dass sie sie ärgert.
Edgar Watson Howe, US-amerik. Redakteur, Journalist und Schriftsteller

Liebe zur Natur ist die einzige Liebe, die menschliche Hoffnungen nicht enttäuscht.
Honoré de Balzac, frz. Schriftsteller, 1799 – 1850

Deutsche Männer sind die einzigen auf der Welt, die über ein Dutzend nackte Frauen hinwegsteigen würden, um zu einer Flasche Bier zu kommen.
Anonym

Wer nichts riskiert, kann nicht einmal scheitern.
Reinhold Messner, ital. Alpinist, 1978 Erstbesteigung des Mount Everest ohne Sauerstoffgerät, geb. 1944

 

Ossobuco rustica

Osso Bucco, Ossobuco oder wie das auch immer noch geschrieben werden kann, ist ein italienisches Schmorgericht, bei dem in dicke Scheiben geschnittene Kalbshaxen im Ofen gegart wird. Dabei heißt Ossobuco eigentlich nur Knochen mit Loch, was sich auf den zentralen Knochen einer solchen Beinscheibe bezieht.

Da es nicht einfach ist, Kalbsbeinscheiben zu bekommen, habe ich die rustikale Version mit Rinderbeinscheibe probiert, die auch sehr lecker ist. Dazu kaufe man sich eine möglichst dicke Beinscheibe vom Rind (wird ansonsten gern für Suppen benutzt). Drei Zentimeter hoch sollte sie schon sein. Dazu ein Suppenbund mit Sellerie, Möhre, Lauch, eine Zwiebel, ein Schuss Rotwein, Wasser oder Brühe, Salz, Pfeffer.

Sellerie, Möhre, Lauch und Zwiebel werden fein gewürfelt. Die Beinscheibe kommt zum Anbraten in eine hinreichend große, aber nicht zu große, stark aufgeheizte Pfanne, in die etwas hitzebeständiges Öl gegeben wurde. Idealerweise gibt es zur Pfanne einen Deckel und beides ist backofenfest. Ist die eine Seite des Fleisches in Ruhe und schön angebräunt, wird es umgedreht und ebenfalls gut gebräunt. Anschließend wird es aus der Pfanne geholt und dann das Gemüse in den Bratresten angebraten. Alles wird mit Rotwein abgelöscht, mit Salz und Pfeffer gewürzt und das Fleisch wieder raufgelegt. Mit der anderen Flüssigkeit wird soweit aufgegossen, dass es fast bedeckt ist.

Der Ofen sollte jetzt bereits auf ca. 150°C vorgeheizt sein. Es kommt der Deckel auf die Pfanne und alles zusammen in den Ofen. Nun heißt es warten, immer mal wieder kontrollieren und ggf. mit Flüssigkeit aufgießen. Sobald das Fleisch vom Knochen fällt und es so weich ist, dass man es mit dem Löffel essen könnte, ist es fertig. Das kann zweieinhalb bis 3 Stunden dauern.

Das Fleisch wird aus der Pfanne geholt und warm gestellt. Die Gemüse- und Flüssigkeitsreste werden pürierend zu einer Soße verarbeitet und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Dazu passen breite Bandnudeln oder, wenn man die Soße etwas dickflüssiger lässt, auch Kartoffelbrei. Zum Essen sollte ein Löffel reichen. Apropos Löffel: Die besondere Delikatesse ist das Knochnmark aus der Beinscheibe … mmh.

 

Wie lange geht das noch gut?

Hat sich eigentlich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, was diese “Neuverschuldung” von 3% eigentlich bedeutet, dieses Kriterium für die Haushalte aller EU-Mitgliedsländer, gegen das Griechenland zur Zeit mit 15% verstößt?

Jedes EU-Land darf sich jedes Jahr mit einer Steigerungsrate von 3% neu verschulden. Das kann man sich mal auf der Zunge zergehen und danach gut im Kopf herumgeistern lassen. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass im Schatten der Wirtschaftskrise wohl kein betroffenes Land diese Grenze wirklich einhält. Man stelle sich mal vor, die privaten Haushalte oder Firmen arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Rechnen wir mal ein Beispiel durch. Fangen wir im Jahr 2000 mit einem 50′000-€-Kredit an. Zum Jahresende werden zwar 3′500 € Zinsen (7%) fällig, es bleiben dadurch aber 46′500 € zur freien Verfügung. 2001 erhöhen wir die Kreditsumme um 51′500 € (50′000 € plus 3% Erhöhung der Neuverschuldung), es werden 7′105 € Zinsen fällig und wir können 94′395 € ausgeben. Ich habe mal bis 2020 hochgerechnet. Da werden dann zwar Zinsen von 4′942′979′424 € (knapp 5 Milliarden). Dem stehen aber Einnahmen von 65′671′012′344 € (65 Milliarden) gegenüber, also was soll’s … ;-)

P.S.: Man hat dann zwar auch 70.613.991.767 € Schulden, aber solche Details sind ja uninteressant …

 

Monatsrückblick ungeschriebener Artikel

Gedankensplitter, die es (bisher) noch nicht in die Langform eines Blogbeitrages geschafft haben (01/2010):

  • Wenn die Wirtschaft sich rechnen muss, spielen Menschen keine Rolle (Hans-Georg Pölitz).
  • Politik hat den Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
  • Was muss man tun, um in einer Gaststätte mit Convenience-Essen halbwegs gut zu essen? Hingehen, wenn die Küche mangels Gästen Feierabend gemacht hat, laut Plan aber noch warmes Essen gereicht wird. Es bleibt zwar trotzdem vorbereitetes Essen, aber es ist sehr frisch zubereitet. Wenigstens etwas. ;-)
  • Warum findet die Blogsuche (von Google) weniger Blogs zu einem bestimmten Schlagwort als die normale Suche?
  • Vegetarier/Veganer sind die wahren Tierquäler. Sie erlösen die Tiere nicht aus ihrem Leid. Außerdem bleiben die nicht verzehrten Tiere unter ihren erbärmlichen Bedingungen länger am Leben.
  • Warum wird eigentlich gegen die Verwendung von Pelzen zur Bekleidung protestiert, aber nicht gegen die Verwendung von Leder? (Antwort von Vince Ebert: Weil man gegen ein Kaffeekränzchen alter Damen besser kämpfen kann als gegen eine Horde Rocker.)
  • Mal eine Idee für einen ganz neuen Blog: Klassiker der deutschen Fernsehunterhaltung und Gründe, weswegen man sie nicht kennt.
  • Ich bin mit dem Internet aufgewachsen. So, wie sich das Netz verbreitet hat, bin auch ich immer breiter geworden.
 

Geistreiche Bemerkungen vom 31.01.2010

Wenn Männer sich mit ihren Kopf beschäftigen, nennen sie das “denken”. Wenn Frauen sich mit ihren Kopf beschäftigen, heißt das “frisieren”.
Anna Magnani, ital. Schauspielerin, (‘Die tätowierte Rose’), Oscar-Preisträgerin, 1908 – 1973

Mach andern Freude! Du wirst erfahren, wie sehr “Freude machen” erfreut.
Friedrich Theodor Vischer, dt. Philosoph, 1807 – 1887

Es gibt schweigsame Menschen, die interessanter sind, als die besten Redner.
Benjamin Disraeli, brit. Premierminister u. Schriftsteller, 1804 – 1881

Ein glücklicher Mensch ist zu zufrieden mit der Gegenwart, um sich viele Gedanken über die Zukunft zu machen.
Albert Einstein, dt.-amerikan. Physiker, 1921 Nobelpreis für Physik, 1879 – 1955

Die Dinge sind gar nicht so, wie die Sprache sie umschreibt.
Bruno Ziegler, dt. Autor u. Künstler

Ich glaube an das Gute im Menschen, sowie ich an den Frühling glaube, wenn ich die Weidenkätzchen blühen sehe.
Phil Bosmans, belg. Ordenspriester, Telefonseelsorger u. Schriftsteller, geb. 1922

Nichts vergoldet die Vergangenheit so sehr wie ein schlechtes Gedächtnis.
John Steinbeck, John Ernst Steinbeck, amerikan. Schriftsteller, 1962 Nobelpreis für Literatur, 1902 – 1968

Wer begonnen hat, der hat schon halb vollendet.
Horaz, Quintus Horatius Flaccus, röm. Lyriker, 65 – 8 v.Chr.