Archiv für die Kategorie ‘Essen (öffentlich)’

Auf der Suche nach der perfekten Nudel

Alles begann vor ein paar Wochen. “Lass uns doch mal wieder essen gehen, ich bin noch diese Woche in der Stadt.” Aber gern, dachte ich, nur wohin? Gutbürgerlich hatte ich gerade erst, griechisch stand mit dem “Lass uns …”-Äußerer schon mal auf dem Plan. “Wie wäre es mit chinesisch? Das Restaurant in der Nähe Deiner zeitweiligen Unterkunft soll nicht schlecht sein”, antwortete ich.

Mein Pech: Für die Vertilgung fernöstlicher Speisen hatte er anderswo für einige Tage später schon eine Einladung angenommen. Meine Kenntnisse über internationales Essen anbietende Gaststätten in Neubrandenburg war auch schon mal besser, so fiel mir ohne konkreten Hintergedanken nur noch “italienisch” ein, hatten wir doch mal sieben oder acht dieser in der Stadt verteilt.

Allein, mir fiel keiner ein. Mein Lieblingsitaliener hat leider schon vor einiger Zeit aufgegeben, die Lage entsprach wohl nicht der guten Qualität des Essens. Einen anderen hatte ich durch eigenes Erleben für nicht wieder besuchenswert befunden, vom dritten, ehemals als lokaler Kult empfundenen, hörte ich in der letzten Zeit auch nichts positives mehr. Den vierten Aktiven kenne ich nur von seiner zu umfangreichen Speisekarte.

So stellt sich mir also die Frage, die ich gern an die geneigte Leserschaft weiterreichen möchte: Gibt es noch einen guten Italiener in der Stadt oder der Region? Die Frage kam zwar schon via Twitter und am freitäglichen Bloggerstammtisch aufs Tapet, hinterließ aber keine Replys und nur fragend grübelnde Gesichter.

 

Spinne am Abend erquickend und labend

Natürlich wurden die Spinnen nicht gegessen, in aller Ausführlichkeit kamen sie auch erst nach der Speisenaufnahme zum Vorschein. Aber sie waren doch anwesend mit dem Potenzial zur Aufdringlichkeit. Manchmal wissen sie eben, wo es was Gutes zum Essen gibt.

Wasser in der Luft, Wasser im Ausblick, Wasser im Namen: Das waren die feuchten Eckpunkte des heutigen Abends. Vom Regen verschont geblieben, aber ihn und den Tollensesee im Auge, ging es ins Augusta’s (Seerestaurant und Café) zum Abendbrot. Die Terrasse war gut gefüllt, so dass der schöne Innenraum gar nicht voll zur Geltung kam. Dazu muss das Wetter wohl noch schlechter sein.

Die Speisekarte ist für die frische Zubereitung aller Gerichte ein wenig zu lang, aber die schwungvolle Mischung aus Convenience und selbst gekocht ist akzeptabel.  Frischer knackiger Salat begleitete verschiedene Gerichte, die Bratkartoffel waren knusprig, der Fisch saftig, das Putenschnitzel lecker. Schade, dass sich die Lage des “Seerestaurants” so wenig auf der Speisekarte wiederfand. Einzig eine Tollensemaräne ermöglicht einen lokalen Bezug; oder ging an mir vorüber, dass im gleichnamigen See jetzt auch Wildlachs schwimmt?

Handwerklich gut gemachtes Essen, sehr schönes Ambiente, herrlicher Blick über den Tollensesee – diese Punkte sind vorhanden und ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Etwas mehr eigenes Profil auf der Speisekarte würde dem Gesamteindruck das Sahnehäubchen mit i-Punkt oben drauf setzen. Als Rohmaterial für das Zeichen könnte – rein typografisch gedacht – vielleicht das Deppenapostroph im Namen dienen.

 

Es gibt mehr als Hotdogs in Berlin

Berlin ist immer mal wieder eine Reise wert. So habe ich mich auf den Fahrersitz meines Autos geschwungen und die zwei Stunden Fahrzeit zu einem kleinen lukullischen Ausflug genutzt. Teilweise unbestätigten Gerüchten zu Folge soll es derartige Fahrten schon gegeben haben, nur um ein Hotdog in einer Filiale eines schwedischen Möbelhauses in der Hauptstadt zu sich zu nehmen. Die war diesmal aber höchstens ein Sekundärziel und wurde letztendlich freundlich ignoriert.

In Berlin Essen zu gehen ist ob der Vielfalt ein sicher nicht ganz leichtes Unterfangen. Wer aber natürliche Lebensmittel geschmackvoll, aromenreich und optisch wohltätig zubereitet zu sich nehmen möchte, für den schränkt sich die Auswahl doch schon ganz schön ein. Sicher ist die Zahl der Restaurants immer noch größer als eins, aber es wird schon schwieriger, was passendes zu finden. Leider begannen gerade die Betriebsferien im zu lobenden Speisesalon, aber ab Mitte August steht das Team aus Norbert (Küche) und Andy (Service) wieder allen Kulinarikern  zur genussbereitenden Verfügung.

Essen fassen” heißt der Laden in der Charlottenburger Knesebeckstraße 89, der auf den ersten Blick eher durch Unauffälligkeit auffällt. Die handgeschriebene und beinahe täglich aktualisierte Speisekarte bietet eine mittags und abends genauso unterschiedliches wie außergewöhnliches. Das, was man überall bekommt, sucht man vergeblich, und eigentlich möchte man sich von oben bis unten durch die Karte fressen, weil man sich nicht entscheiden kann. Berlin ist also immer wieder eine Reise wert, und wenn es nur zum Essen fassen geht.

 

Die Zahl des Tages: 17

Die Gallier sind ein sehr eigentümliches Volk. Erst widersetzen sie sich jahrelang den römischen Heerscharen mittels Doping (“Zaubertrank”), dann essen sie gern Wildschweine (die es in ihrer Region aber kaum gab) und letztendlich verlagern sie den Sommer schon in den Mai (SAT.1). Wichtigste historische Figur bei den Galliern ist nach dem König Majestix, dem Medizinmann Miraculix und dem Hinkelsteinlieferanten und Kraftprotz Obelix der Krieger Asterix. Historische Pergamente zeigen u.a., dass auch gut angehangener Fisch eine wesentliche Rolle im dörflichen Leben spielte, meist weniger als Nahrung, sondern als Kristallisationspunkt intermenschlicher Kommunikation.

Bei der Wildschweinzubereitung über offenem Feuer kam schon sehr früh der sogenannte “Spieß” zum Einsatz, mit dessen Drehung und Hilfe die Hitze gleichmäßig auf das Tier übertragen wurde und die gegarten Teile beim Verzehr lecker mundeten. Da es in der Region, wie historische Untesuchungen ergaben, nicht sehr viele Wildschweine gab, stiegen die Gallier unbeachtet von der damaligen Presse auf Schafe und Ziegen um, die nach dem bewährten Prinzip gegrillt wurden. Neuere Forschungen, die ergaben, dass in die Glut tropfendes Fett krebserregende Stoffe auf dem Fleisch erzeugen kann, sowie nachfolgende EU-Regelungen erbrachten, dass die Glut nicht mehr unterhalb des Gargutes, sondern daneben angebracht wurde. Um den Platzverbrauch zu minimieren und die Statik zu verbessern, wurde das ganze auch noch senkrecht gestellt. Der technische Fortschritt brachte dann noch den Motor an den Drehspieß, so dass eine Bedienungskraft eingespart und entlassen werden konnte. Da so ein Tier attraktivere und weniger attraktive Fleischteile enthält, gingen findige Gallier dazu über, das Produkt zu homogenisieren, indem das Tier, meist zusammen auch mit Teilen von anderen Tieren durch den Fleischwolf gedreht wurde, so dass eine rollenförmige Nachahmung entstand, die gleichzeitig den Vorteil hatte, gleichmäßiger geröstet werden zu können.

Warum erzähle ich das eigentlich? Etwas verstec,kt aber nah am gequaderten Wasser in der Südstadt, hat ein neuer Versanddönerladen unter dem passenden Namen “Asterix” eröffnet. Neben Dönern, Dönertellern, Türkischer Pizza, Dürum, Salaten, Pommers und Burgern werden auch Currywurst, Nudeln, Deutsche Küche und Pizza für zu Hause, aber auch zum Verspeisen vor Ort angeboten. Meiner Sammlung an Bestellmenüs zufolge müsste das der 17. Essenbringdienst sein, der in Neubrandenburg zur Zeit arbeitet (wobei ich bei dreien nicht genau weiß, ob es sie noch gibt, nicht mitgezählt sind die Kantinen mit Mittagsversand).

Eine Frage bleibt: Muss man für die Verwendung von solchen Namen eigentlich Lizenzgebühren zahlen? Und lohnt sich sowas überhaupt?

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5 : 0,24 % Trefferquote – Werbung, die wirkt

Ein alter Tipp eines Ernährungsratgebers, der bis heute immer wahrer zu werden scheint, lautet: Iss nichts, wofür Werbung gemacht wird. Da steckt was hinter, werden doch im wesentlichen nur durch die Nahrungsmittelindustrie verschandelte Produkte und Gerichte beworben: Fertiggerichte, Glutamatsuppen (neudeutsch: Hefeextraktaufschlemmungen), Fast Food etc. pp.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum die aktuelle Gutscheinaktion eines großen Bulettenbraters im wesentlichen an mir und meinen Gewohnheiten vorbeigeht. Zählt man die 3 Angebote, die ich evtl. wegen bisheriger Ungenutztheit mal testen würde, zu den 2 interessanten hinzu, komme ich auf 5 von 24, die mich ansprechen, oder einem Streuverlust von ca. 79%.

Erschwerend kommt hinzu, dass es in der Filiale, an der ich fast werktäglich vorbei komme, diese Angebote gar nicht gibt. Unter dem Aspekt also eine wirklich gelungene Werbekampagne. Wer plant eigentlich sowas und mit welchen Konsequenzen muss der jetzt rechnen?

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