Archiv für die Kategorie ‘Politik’

Lernen vom großen Bruder

In der Neuen Zürcher Zeitung Online gab es am 23. Juni einen schönen Artikel: “Kalifornische Kleinstadt stellt ihren Betrieb ein -Zu hohes Defizit”. Dabei handelt es sich um die Gemeinde Maywood in der Nähe von Los Angeles. Die Stadt entlässt alle angestellten und bittet benachbarte Gemeinden, Sicherheits- und Verwaltungsdienstleistungen für ihre Bürger zu übernehmen.

Die Gemeinde hat 30’000 Einwohner und ein Defizit von 450’000 Dollar.  Das sind umgerechnet 366’000 Euro. Oder hoch gerechnet auf eine Gemeindegröße wie Neubrandenburg knapp 770’000 Euro bei gleicher Pro-Kopf-Verschuldung.

Die USA sind doch schon immer ein großes Vorbild für Deutschland gewesen …

Mit wievielen Euro war doch gleich Neubrandenburg verschuldet?

 

Willkommen-, Bienvenue-, Welcome-Center

Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz hat es schon, auf Usedom wird darüber nachgedacht: Welcome Center für die Touristen. Dies sind zentrale Anlaufpunkte, die einfach zu finden sind und ein breitgestreutes Potpourri an Angeboten für die Besucher bereit halten, Informationen über das vielfältige Leben, die Kultur, die Landschaft geben können und auch bei der Hotel- oder Übernachtungsvermittlung helfen. Eben alles an einem Punkt, was der Gast brauchen könnte.

Während in Neustrelitz und Mirow nur darüber geredet wird, dass man sie vielleicht nicht WCC, sondern Strelitzeum nennen könnte (siehe Anzeigenkurier vom 21. April 2010, Seite 28), wird auf Usedom noch heftig um das Projekt gestritten (s. o.). Da gehts aber wohl eher um die Größe als den Namen der Einrichtung.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie jeder versucht, das Rad neu zu erfinden. Zu stolz sind die lokalen Entscheider, um mal über den Tellerrand zu gucken und sich an den Großen im Tourismus zu orientieren, die zeigen, wie man sowas macht: Man miete sich einen ehemaligen Geschirrladen, nenne das Touristinfo und der Tourismus brummt.

 

Der TV-Tipp: Lasst Euch einweisen

Mit “Neues aus der Anstalt” zeigt das ZDF im Abstand von ca. 5 bis 6 Wochen die momentan beste Satiresendung im deutschen Fernsehen. Die aktuelle Ausgabe (Nr. 32), eben gerade über die Bildschirme gegangen, sollte von allen politisch interessierten Menschen auswendig gelernt werden! Wer sie verpasst hat, sollte unbedingt versuchen, sie irgendwo in der Wiederholung bzw. in der ZDF Mediathek zu gucken!

Die Wiederholungstermine:

  • 24.02., 2:30 Uhr, ZDF
  • 25.04., 19:40 Uhr, ZDFtheaterkanal
  • 25.04., 23:45 Uhr, ZDFneo
  • 27.02., 15:02 Uhr, ZDFinfokanal
  • 28.02., 20:15 Uhr, 3sat
  • 06.03., 21:30 Uhr, ZDFinfokanal

Nächste neue Sendung: 16.03., 22:15 Uhr, ZDF

Update: Ein Mitschnitt der Sendung liegt zur Ansicht vor.

 

BeLammert im Fernsehen, oder auch nicht, oder doch

Bundestagspräsident Norbert Lammert wünscht sich mehr Übertragungen von Bundestagsdebatten und anderen politischen Ereignissen in ARD und ZDF (und nicht “nur” bei Phoenix). Bei den beiden Premieren des neuen Bundestages  glänzten sie ja durch Nichtstundenlangesendung, sondern zeigten nur Unterhaltungsfernsehen.

Sehr geehrter Herr Lammert, wenn der Bundestag ein Programm liefert, das höhere Einschaltquoten verspricht als Herz-Schmerz-Wiederholungen und für den Zuschauer entsprechend spannender und wichtiger sind als solche, dann werden sich die Sender schon die Übertragungsrechte sichern. ;-)

 

Lernen von der 3. Welt

Bauernverbandschef Gerd Sonnleitner beklagt bei seinem gestrigen Besuch in Neubrandenburg, dass der Raubtierkapitalismus und der Wettbewerb unter den Lebensmitteldiscountern auf den Rücken der Bauern ausgetragen werden. Irgendwie fällt mir da ein Witz aus dem vorigen Jahrhundert ein: Wo ist der Unterschied zwischen einem reichen und einem armen Bauer? Der arme Bauer wäscht seinen Mercedes selber. Aber zurück zur Sachlichkeit.

Anstatt aber immer nur zu nörgeln, sollten sich der Verband und seine Mitglieder mal Gedanken darüber machen, wie sie aus dem Schlamassel wieder rauskommen. Die Lösung liegt auf der Hand, ist in ihren Ursprüngen bewährt, die Discounter ziehen auch mit und so muss das Ganze nur noch auf die Milchbauern angewendet werden.

Den Milchkuhbestand verkleinern? Nein! Milch verknappen, in dem man sie als Solibeitrag an Afrika weggibt? Nein! Oder Milch verklappen? Auch nein! Aber von Afrika, von Südamerika und anderen Regionen der 3. Welt lernen heißt siegen lernen. Was bei Kakao, Schokolade, Kaffee, Orangensaft, Bananen, Zucker, Wein und selbst Äpfeln funktioniert, sollte sich doch auch auf Milch anwenden lassen. Alle Milchbauernhöfe werden zu Dritte-Welt-Regionen deklariert und dann heißt das Zauberwort: Transfair.