Beiträge mit dem Stichwort ‘Fleisch’

Spinne am Abend erquickend und labend

Natürlich wurden die Spinnen nicht gegessen, in aller Ausführlichkeit kamen sie auch erst nach der Speisenaufnahme zum Vorschein. Aber sie waren doch anwesend mit dem Potenzial zur Aufdringlichkeit. Manchmal wissen sie eben, wo es was Gutes zum Essen gibt.

Wasser in der Luft, Wasser im Ausblick, Wasser im Namen: Das waren die feuchten Eckpunkte des heutigen Abends. Vom Regen verschont geblieben, aber ihn und den Tollensesee im Auge, ging es ins Augusta’s (Seerestaurant und Café) zum Abendbrot. Die Terrasse war gut gefüllt, so dass der schöne Innenraum gar nicht voll zur Geltung kam. Dazu muss das Wetter wohl noch schlechter sein.

Die Speisekarte ist für die frische Zubereitung aller Gerichte ein wenig zu lang, aber die schwungvolle Mischung aus Convenience und selbst gekocht ist akzeptabel.  Frischer knackiger Salat begleitete verschiedene Gerichte, die Bratkartoffel waren knusprig, der Fisch saftig, das Putenschnitzel lecker. Schade, dass sich die Lage des “Seerestaurants” so wenig auf der Speisekarte wiederfand. Einzig eine Tollensemaräne ermöglicht einen lokalen Bezug; oder ging an mir vorüber, dass im gleichnamigen See jetzt auch Wildlachs schwimmt?

Handwerklich gut gemachtes Essen, sehr schönes Ambiente, herrlicher Blick über den Tollensesee – diese Punkte sind vorhanden und ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Etwas mehr eigenes Profil auf der Speisekarte würde dem Gesamteindruck das Sahnehäubchen mit i-Punkt oben drauf setzen. Als Rohmaterial für das Zeichen könnte – rein typografisch gedacht – vielleicht das Deppenapostroph im Namen dienen.

 

Abgedreht – EiTV No. 6

Auf die Gefahr hin, den einen oder anderen Leser dieses Blogs ein wenig zu irritieren, folgen mal zwei Drehberichte hintereinander. Die Erklärung dafür liegt zum einen auf der Hand und ist zum zweiten schnell einsichtig: Die beiden Drehtermine lagen so dicht hintereinander, dass es für die Fertigstellung der No. 5 zeitlich nicht gereicht hatte, bevor die No. 6 in den Kasten kam. Dafür gibt es dann in den nächsten Tagen 2 EiTV-Folgen ziemlich zügig hintereinander im Netz. Ein konkreter neuer Drehtermin steht noch nicht an.

Diesmal über die leckeren Gerüche in der Küche nach dem Dreh zu philosophieren erübrigt sich, da wir die EiTV-Kochstelle verlassen und unter freiem Himmel (zumindest die Fertigstellung) gegart haben. Das liegt bei der Zubereitungsform des Essens auf der Hand: Es wurde gegrillt. Da roch es zwar beim Grillen recht lecker, aber durch die fehlenden Wände hatte der Duft eine ebenso fehlende Nachhaltigkeit.

Worauf kann sich der geneigte EiTV-Zuschauer freuen? Im wesentlichen auf Fleisch und Fisch. Und auf eine Idee, die selbst gestandene Gastronomen ein wenig überrascht hat: Was muss man tun, damit beim Hamburger-Grillen die Klopse nicht am Grill festkleben? Wobei ich nicht weiß, ob der Grund auch der echte ist, aber zur Verwunderung der Wirtin, von anderen Beteiligten und auch von mir haftete absolut nichts vom Hackfleisch am Grillrost.

Da die Hauptmahlzeit aus Spießen, echten Männer-Schaschliks bestand, und hinterher noch ein paar Spieße übrig waren, gab es auch Gemüsespieße, um dem Magen eine gewisse Erholung zu gönnen.  Wie immer bei solchen Aktionen bereit man meist knapp doppelt so viel zu, wie im besten Fall gegessen wird. Deswegen geht der Dank des EiTV-Teams an die Teilnehmer des freitäglichen Blogger-/Piratenstammtischs (19 Uhr, Torcafé), die nicht nur beim Verzehr, sondern auch bei der Grillinbetriebsetzung und -bedienung tatkräftig halfen.

 

Warum betrügen sich Möchtegern-Vegetarier selber?

Der aid-Infodienst (gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ) veröffentlichte unlängst einen interessanten Artikel zum Thema vegetarisches Grillen, den man als Vegetarier mit Fleischersatzgelüsten sehr genau lesen sollte. Mit zum Teil erstaunlicher Offenheit werden in wenigen Worten die großen Nachteile von Tofu, Soja und Co. beschrieben und diese danach als Vorteile verkauft.

Augenscheinlich ist nicht jeder, der sich fleischlos ernähren möchte (aus welchen Gründen auch immer) ein Vegetarier. Wozu gäbe es sonst die vielfältigen “Fleischersatzprodukte”? Wenn ich dann in einer eigentlich für diese Stoffe werbende Veröffentlichung lesen muss, dass “‘Sojafleisch’ oder ‘texturiertes Soja’ einen industriell hergestellten Fleischersatz” darstellen, “der als Nebenprodukt bei der Sojaölproduktion anfällt”, dann vergeht mir der Appetit, da ich die Produkte der LebensmittelINDUSTRIE im wesentlichen ablehne. Mit natürlicher Ernährung hat das nichts mehr zu tun.

Aber es gibt ja auch noch “Tofu”, laut Artikel “in Blöcke gepresster Sojabohnenquark”. Das klingt nicht ganz so verwerflich. Welchen (industriellen) Aufwand es braucht, um aus einer Sojabohne den Quark zu gewinnen, verschweigt man geflissentlich. Welche kulinarischen Eigenschaften hat Tofu eigentlich? “Sein überwiegend neutraler Geschmack macht den Tofu zum kulinarischen Tausendsassa und inspiriert Gourmets zu allerlei kreativen Würzideen.” Da stellt sich natürlich die Frage, warum wir unser Essen eigentlich mit allerlei mehr oder weniger exotischen Gewürzen verfeinern (müssen). Weil es ohne meist nur noch einen sehr geringen Eigengeschmack hat.

Wer die Chance hat, an ein natürlich aufgewachsenes Fleisch zum Grillen, Braten oder Schmoren zu kommen, der sollte es einfach mal kaufen. Den größten Genuss stellt das dann nur mit ein wenig Salz und Pfeffer gewürzt und passend gegart da, unnötig, es mit Kräutern der Provence, Currymischungen oder Knoblauchdipps zu verschlimmbessern. Natürlich kann man das alles tun, aber man muss es nicht, denn wie sagte Jochen Malmsheimer öfters so schön: “Das schmeckte noch selber!”, einer Eigenschaft, die Tofu & Co. abgeht.

Je nach Strenge in der Gläubigkeit und den eigenen geschmacklichen Vorlieben gibt es so viele vegetarische Möglichkeiten, sich gekonnt kulinarisch zu befriedigen, egal, ob auf dem Grill, in der Pfanne oder wo auch immer zubereitet, aber diese Fleischplacebos dienen nur ihren Herstellern, sind sie doch mit einem sehr großen positiven Image versehen. Nur durch das Austauschen von Fleisch gegen so was wird man noch nicht zum Vegetarier, für die Aussage, man ernähre sich dann gesünder, fehlt auch noch jeder Nachweis.

RuGCast - Der Podcast von RundumGenuss

 
 

Einfach (und) gut

Oft sind die einfachen Sachen doch immer noch die besten. Beim samstagvormittägigen Supermarktbesuch lachten mich an der Fleischtheke die Lammchops an, so eine Art Beinscheibe vom Lamm mit einem Stück Röhrenknochen mittendrin. Da die Scheiben schon eingelegt waren (Kräuter, Knoblauch, Öl), erübrigte sich das Würzen.

Zu Hause angekommen ließ ich eine passende beschichtete Pfanne schön heiß werden, drehte dann die Hitze etwas zurück, legte das Fleisch ohne alles hinein und briet(?) es schön langsam von einer Seite. Als es anfing, leicht zu bräunen, drehte ich es einmal um und garte es auf der anderen Seite so lange, bis die Tastprobe den richtigen Garpunkt ergab. Dann ruhte es ein wenig, während ich den Kühlschrank nach einer Grillsoße durchforstete.

Vor dem Verzehr kam dann noch etwas Salz darauf.  Das Lamm war zart und saftig, die Grillsoße ging ungenutzt wieder zurück. Einfach lecker. Ein kleiner Salat hintendran machte das Mittag vollwertig.

P.  S.: Apropos Garpunkt vom Fleisch. Da möchte ich auf die noch nicht gedrehte Grillepisode von EiTV verweisen, da wird dann das Messinstrument zum feststellen des Garpunktes von Fleisch gezeigt.

P. S. II: Memo an mich: vom Essen Fotos machen nicht vergessen.

 

vorher vs. nachher: Borschtsch 0.1

Immer mal was neues. Neu in meinem Suppenrepertoire: der Borschtsch. Die erste Versuchsversion ist gekocht, noch nicht so ganz das, was ein Borschtsch ist, aber immerhin schmeckte es (nach Auskunft der eingeladenen Gäste).

borschtschvorherAngefangen hat alles mit einem bedruckten Blatt Papier, gefolgt von einer Einkaufsliste, dem Einkaufsstress und schließlich den Zutaten, die auf dem Bild zu sehen sind. Salz, Pfeffer und rosenscharfer Paprika fehlen zwar darauf aber dafür wurden die Dosentomaten in der oberen Reihe nicht verwendet. Das Bild ist durch einen Bedienfehler leider ein wenig unscharf. ;-) Deswegen sein erwähnt, was noch so alles zu sehen ist: Weißkohl, Knoblauch, Dillspitzen, Tomatenmark, Sellerie, Kartoffeln, Lauchzwiebeln, Zwiebel, Suppenfleisch, Beinscheibe, Tomaten, Paprika, Möhren. Achja, und ein Brühwürfel.

zwischenborschtschDas Fleisch wird grob gewürfelt, mit 3 Litern kalten Wassers angesetzt und ca. 2 Stunden leicht köcheln gelassen (Schaum abschöpfen). Möhren und Sellerie in Julienne schneiden, rote Bete, Paprika, Tomaten, eine Zehe Knoblauch, in kleine Würfel schneiden, Weißkraut (ca. 500 bis 750 g)  in Streifen, Kartoffeln und Würfel mit ca. 2 cm Kantenlänge schneiden. Die Kartoffeln in die Brühe geben, ein paar Minuten später das gehobelte Weißkraut, den Brühwürfel, das nacheinander leicht angebratene Gemüse. Im Topf köchelt das ganze dann so lange, bis die Kartoffeln gar sind. Das Gemüse darf ruhig etwas knackig bleiben.

fertigborschtschWenn dann alles fertig ist, sieht es, wenn zu wenig rote Bete verwendet wurde, etwa so auf, wie auf dem Bild. Bei ausreichendem Rote-Bete-Zusatz bekommt die Suppe die typische Färbung. Zum Schluss wird noch mit Tomatenmark, Salz, Pfeffer, rosenscharfem Paprika, Dill, Petersilie, … abgeschmeckt.

Klassisch kommt noch ein Klecks saure Sahne oder Schmand oben rauf. Creme fraich oder dergleichen, auch alles gern noch etwas mit Kräutern aufgepeppt, sind natürlich auch möglich. Dazu ein leckeres Stück Brot oder Brötchen.

Guten Appetit.

nachherborschtsch