Beiträge mit dem Stichwort ‘Gesetz’

Sündenfälle in Fond und Paste

Ich bin enttäuscht – und irgendwie traurig darum. Aber so richtig. Da bauen sich bestimmte Leute ein Vertrauen in ihre Person und ihr Können auf, ihre Namen werden zu Marken. Also versuchen sie, wie es neudeutsch so schön heißt, ihre Namen zu moneytarisieren, sprich: zu Geld zu machen. Warum auch nicht?! Wer hart für seinen Namen und den damit verbundenen Ruf gearbeitet hat, der soll auch was davon haben. Aber warum müssen sie dann anfangen, die Menschen zu belügen und zu betrügen und damit wieder ihren Ruf auf den Spiel zu setzen? Die Gratwanderung zwischen geradeso bescheißen (und hoffen, dass es keiner merkt) und Ruf behalten ist so steil, da fällt man gern zur falschen Seite runter.

Es sind mal wieder Fernsehköche, die genau diesen Fehler machen. Sie sind nicht die ersten (1, 2) und vermutlich auch nicht die letzten. Und sie versuchen es wieder mittels einer immer wieder angeprangerten Gesetzeslücke bei der Lebensmittelkennzeichnung. Auch wenn es vielleicht den einen oder anderen Leser langsam zu den Ohren wieder rauskommt, aber ich werde so lange darauf rumreiten, wie die Angelegenheit nicht erledigt ist. Die Angelegenheit: Hefeextrakt besteht zu einem maßgeblichen Anteil aus Mononatriumglutamat, also einem Geschmacksverstärker! Die Lücke: Es besitzt keine E-Nummer und gilt nach Gesetz nicht als Geschmacksverstärker.

Johann Lafer bringt mit einem zur Zeit eher in Gastronomiekreisen bekannten Hersteller Fonds auf den Markt. Wer selber gern gut kocht weiß, dass man gute Fonds immer gebrauchen kann, die Herstellung und Lagerung aber meist ganz schön zeit- und platzaufwendig ist. Auf der Webseite des Herstellers (web) werden die Fonds entsprechend beworben (1). Liest sich richtig gut. Auch im Shop wird nochmal auf die Geschmacksverstärkerfreiheit hingewiesen (2, 3). Die Zutatenlisten werden erfreulicherweise auf der gleichen Webseite veröffentlicht (4, 5, 6, 7). Hefeextrakt, Hefeextrakt, Hefeextrakt, Hefeextrakt. Geschmacksverstärker, Geschmacksverstärker, Geschmacksverstärker, Geschmacksverstärker.

Auf der gleichen Wiese, allerdings bei einem anderen Hersteller (diesmal einen auch in Verbraucherkreisen bekannteren), tummelt sich Alexander Herrmann. Da sich die Webseite des Produktes über die Zutatenliste ausschweigt, habe ich tief in den Geldbeutel gegriffen, um die pastösen Bouillons pur (was daran pur ist, darüber schweigt der Hersteller) zu erwerben. In Hotelbutter- und -marmeladenbecherchen kommen die drei Sorten im Achterpack daher. Auf der Oberseite “ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe”, auf der Unterseite zusätzlich noch “ohne Konservierungsstoffe” und “ohne Farbstoffe” (8, 9). Aber die Zutatenliste enthüllt: Hefeextrakt an 5. und 6. Stelle.
Bei der Hühnerbouillon (5. Stelle) (10) findet sich auf Platz 7 dann auch das erste Stück Huhn (2% Hühnerfett), was heißt, dass mehr Hefeextrakt als Huhn in der Hühnerbouillon ist. Auf Platz 8 finden sich, dass sei der Vollständigkeit halber erwähnt, Aroma und auf Platz 12 Hühnerfleisch (0,2%). In der Gemüsebouillon sind wenigstens noch 14% Gemüse enthalten, dadurch rutschte der Hefeextrakt auf Platz 6 und das Aroma auf Platz 9 (11). Dass karamellisierter Zucker eine färbende Wirkung hat und der hohe Salzgehalt (nach Trinkwasser die Zutat mit dem zweitgrößten Anteil an den Produkten) konservierend wirkt, übersehen wir an dieser Stelle großzügig.

Stellt sich mal wieder die Frage, warum es deutsche Gesetze erlauben, dass die Verbraucher so belogen und betrogen werden. Wobei ich eins klarstellen möchte: Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Verwendung von Glutamat und Hefeextrakt in industriellen Nahrungsmitteln. Aber dann bitte offen und ehrlich und nicht mit dem Hinweis “ohne Geschmacksverstärker” bei der Verwendung von Hefeextrakt. Ein Vorwurf übrigens, den man auch vielen Biofertigprodukten machen kann. Bleibt zu hoffen, dass die restlichen televisionären Jünger Kulinarias nicht auch noch in diese Falle laufen. Da gibt es zum Beispiel einen, der bisher relativ unauffällig dahergekommen ist, und den ich in den letzten Tagen (bei der Lektüre eines seiner Bücher) erst richtig zu schätzen lernte. Mehr dazu demnächst in der Leseecke.

P.S.: Hat jemand Verwendung für die pastösen Bouillons? Bei Interesse bitte ich um Kontaktaufnahme.

 

Langsam wird’s eklig

Wo wir gerade doch recht politisch sind: Machen die Politiker eigentlich überhaupt noch etwas im Sinne ihrer Wähler?
Wer will, wer braucht solche Gesetze, die den Verkauf von Fleisch und Milch von Klontieren erlauben?
Wer braucht Klontiere?
So etwas ist doch pervers und gegen alle Natur! Wird hier nicht langfristig die Ernährungsgrundlage der Menschheit mal wieder kurzfristigen Profitinteressen geopfert?

Sollte ich auf meine alten Tage doch noch zu einem Vegetarier werden müssen?

 

Frage zu den Internetsperren

Warum erlassen unsere Volksvertreter im Bundestag und in der Bundesregierung ein Gesetz, auf dessen Basis eine (technische) Struktur geschaffen werden kann, die eine Zensur von Internetinhalten möglich macht?

Unterfrage: Warum ist Bundesinnenminister Schäuble, der doch schon immer mehr Überwachung der Bürger wollte, so still?

Weitere Informationen hier und hier

 

Gedankenhäckerle zu Internet-Sperren

Am 18. Juni 2009 ging es im Deutschen Bundestag um Entwürfe zu einem Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen (1, 2, 3, 4)

Der Artikel 5 (1) des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Zu Grabe getragen mit dem 18.06.2009.

Immerhin haben 3 SPD-Mitglieder dagegen gestimmt. Werden die jetzt ausgeschlossen? Sicher nicht, so wichtig waren die 3 Stimmen nicht bei diesem überwältigenden Ergebnis. Abweichler werden ja nur ausgeschlossen, wenn es eng wird mit der Stimmenzahl. Die Hessen-SPD kann da ja ganze Liederbücher von singen.

Kinderpornografie ist in Deutschland wie fast überall auf der Welt verboten. Warum wird nicht dieses Verbot einfach durchgesetzt?

Das o.g. “Gesetz” erinnert mich an eine DIN-Vorschrift, die bindend vorschreibt, dass Wasser- und Gasversorger je nach Leitungsnetz hinreichend viele Sandsäcke verfügbar haben müssen, um Rohrbrüche entsprechend eindämmen zu können. Man könnte natürlich auch die Rohre reparieren, aber durch die Sandsackdämmung kommt man ja an die defekten Stellen nicht mehr ran.

Zitat eines mächtigen Staatsmannes der größten DDR, die es je gab:”Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.”

Vorschlag für ein weiteres Gesetz: Kredit-, Rabatt- und Punktesammelkartenanbieter müssen das BKA oder eine andere geeignete Stellen sofort informieren, wenn sich der Karteninhaber Produkte kauft, mit denen man gegen Gesetze verstoßen kann.
Küchenmesser, Hammer, Säge usw.: Mord, Körperverletzung
Insektengift, Dünger, Haushaltschemie: ebenso
Boulevardzeitungen: Beleidigung (von Intelligenz und Geschmack)
Fast Food und Fertiggerichte: Beleidigung des Geschmacks, Körperverletzung
usw. usf.


 

Ihnen wird zur Last gelegt, …

… Sie hätten an dem Ast gesägt. Ach nee, das war ja von Otto. Aber ein Schreiben, das wie die Überschrift begann, habe ich heute aus meinem Briefkasten gezogen. Unser Oberbürgermeister schrieb mir, genauer gesagt, eine Sachbearbeiterin aus der Abteilung Ordnung und Gewerbe. ‘Dabei habe ich doch gar kein Gewerbeschein’, dachte ich noch leicht erheitert. Aber dann kam’s. 

Es gibt Fragen,  deren Beantwortung wohl noch etwas dauern wird. Geht im Kühlschrank wirklich das Licht aus, wenn man die Tür schließt? Wenn im Wald ein Baum umfällt und keiner hört hin, macht es dann trotzdem Krach? Oder, was machen unsere Autos, wenn wir selig im Bett liegen und an der Matraze horchen? Bleiben Sie auf ihrem Parkplatz vor dem Haus stehen oder suchen sie sich schönere?

Die Vermutung liegt nach, dass Autos das zuweilen machen, zumindest, wenn ich dem amtlichen Schreiben glauben schenke. Während ich noch in Morpheus Armen liege, scheint es durch die Stadtgebiete gefahren zu sein und stellte sich im Viertel Rostocker Straße, die §§ 42 Abs. 4a, 49 StVO, 24 StVG und 158 BKat verletzend, einfach so hin und ließ sich dabei auch noch erwischen.

Wer mich kennt, wird es als sehr lächerlich empfinden, dass mein Auto und ich um 6:49 Uhr irgendwo anders sind als zu Hause: das Auto auf dem Parkplatz, sein Halter im Bett. Zumal sich das Ereignis an einem Tag in einer Spätdienstwoche ereignet haben soll. Einfach absurd. Bleibt abzuwarten, was mein Widerspruch ergibt. Meine früh aufstehende Nachbarschaft könnte sicherlich bezeugen, das mein Auto da stand, wenn sie denn drauf geachtet hat.