Beiträge mit dem Stichwort ‘Nbdg.’

Was haben Hühnerbeine, Torxschrauben, Hamburger, ofenfrische Brötchen und Rheumasalbe gemeinsam?

Da philosophiere ich doch neulich über die DriveInisierung der Gesellschaft und schon greift die hiesige (Gesundheits-)Wirtschaft den Gedanken auf. Einiges habe ich hier und anderswo schon gesehen, aber jetzt heißt es: Immer wieder mal was neues. Hamburger- und Hähnchenteilebräter mit DriveIn sind mittlerweile der letzte Husten auf diesem Gebiet. Im Berliner Umfeld sah ich auch schon einen Baumarkt und einen Bäcker mit Autoschalter.

Wie neu es ist, eine Apotheke autofreundlich zu gestalten, verschließt sich meinem Wissen. In Neubrandenburg gibt es sie ab sofort. Wer also beim Kauf seiner Diätpillen, Appetitzügler, Stimmungsaufheller und Rückenschmerzmittel nicht mehr aussteigen möchte, dann das jetzt so tun. Es lebe der Servicegedanke, wenn man Beschwerden, die durch das Gehen zur Apotheke auch ohne den Eintritt dortselbst gelindert oder behoben worden wären, durch das DriveIn-Prinzip fördert, was natürlich auch dem Pillenabsatz selber zuträglich ist.

Die wirklich wichtigen Services auf diesem Gebiet gibt es aber noch nicht. Da fahren Autos durch Fußgängerzonen, nur, um einen Briefkasten zu erreichen, für dessen Nutzung man dann aber doch aussteigen muss. Wo ist also der DriveIn-Briefkasten? Oder gleich die DriveIn-Postagentur? Autokinos gibt es, DriveIn-Kirchen auch (zumindest in den USA), wo ist die DriveIn-Videothek oder -Bibliothek? Und wie wäre es mit folgender Idee: das DriveIn-Autohaus?

 

Das Wochenende im Schnelldurchlauf

Da war ja mal wieder richtig was los in der Stadt, und ich meine damit nicht nur das recht wechselhafte Wetter. Die Loswarigkeit nannte sich Vier-Tore-Fest mit eingebautem verkaufsoffenem Sonntag. Alle Jahre wieder finden sich Firmen, Organisationen und Vereine der Stadt und der Region(?) zusammen und feiern das letzte Augustwochenende in der Innenstadt mit Clownerie, Gaukelei, allerlei Attraktionen und Verkehrschaos.

Auf die Gefahr hin, mal wieder als Nörgler dazustehen, möchte ich doch kritisch anmerken, dass es, egal, welches Ereignis die Leute nach Neubrandenburg lockt, augenscheinlich kein Interesse daran zu geben scheint, dass das auch nach allgemein geltendem Regularium erfolgt. Die Einhaltung desselben ist aber auch nicht einfach, will doch der die Freiheit durch das Auto erlebende Deutsche am liebsten mit seinem frisch herausgeputzen Gefährt bis direkt an die Ereignisse fahren und möglichst nicht mal aussteigen.

Das wäre übrigens noch eine Idee, ein Fest wie das Vier-Tore-Fest oder die School-Out-Party in Broda komplett als DriveIn-Variante zu konzeptionieren. Sowas sieht man auch nicht überall.

Noch hat sich dieser Gedanke aber nicht durchgesetzt, deswegen gilt es, sein Gefährt möglichst nahe am Unterhaltungsziel abzustellen, augenscheinlich auch, wenn dort gar kein Parkplatz oder eine Fußgängerzone oder was anderes autofreies ist. Aber warum auch nicht? Das Ordnungsamt ist im Wochenende und die Freunde und Helfer zumindest in Wochenendstimmung. Also keiner da, der Fehltritte ahnden würde. Oder gibt es da eine Philosophie hinter, um Volkes Stimme ruhig zu halten?

 

Konkurrenz belebt das Geschäft

In Neubrandenburg bewegt sich großes. War es Deutschlands größtes, Europas oder der Welt größtes? Aber so die Größenordnung sollte es sein. Und es ist sogar konstruktiv. Nunja, eher dekonstruktiv, es wird nichts gebaut, sondern  zurückgebaut: die Brücke Demminer Straße. Ein riesiger Kran leistet Schwerstarbeit. So, wie unsereiner mit einem Löffel Kaffeebohnen in eine Mühle gibt, hebt er riesige und vor allem schwere Brückenteile in den Schredder.

Mitbekommen dürfte das mittlerweile im Umkreis von ein oder zwei Kilometer jeder, da das Hämmern vor allem abends und nachts in dem Umkreis gut zu hören ist (wenn ich meine Beobachtungen mal verallgemeinere). Zwischen längeren Pausen (bei Tanzveranstaltungen als ChillOutPhasen bezeichnet), dröhnen die Bässe in schnellen Rhythmen durch die Nacht und könnten unter anderem den Diskobesuch ersetzen, wenn die Versorgung mit geistigen Getränken an der Baustelle organisiert würden wäre, aber da ist noch keiner drauf gekommen.

Kommt also zur Brückendisko, bringt Euch was zu trinken mit. Und wenn ihr bei dem Takt mitkommt, dann seid ihr reif für großes! Der Kranfahrer als DJ, ein Beruf mit Zukunft.

 

Der Teufel trägt Pr … odukte und seine Helfer zieren rote Wämse

Große Supermärkte, zumal, wenn man wenig oft dahin geht, sind ein Ort des Teufels, der Verführung und letztendlich auch der Demütigung. Mich wunderts, dass da noch nicht gegen angegangen wird. Aber sie haben, und das ist das Zweischneidige an der Sache, durchaus auch ihre Vorteile, können sie sich doch auch einen größeren und vor allem vielfältigeren Warenbestand leisten, so dass man immer mal wieder etwas findet, was andere, vor allem kleinere Märkte nicht haben.

Fünf Punkte umfasste mein primärer Einkaufszettel (nötig für die Dreharbeiten zum nächsten EiTV)

2-3 Schalotten
500 g Tomaten
1 große Paprika-Schote (rot)
1 Knoblauchzehe / junger Knoblauch
Weißbrot

Hinzu kamen ein paar gedankliche Standards: Milch, Butter, ein leckerer Fruchtjogurt, Büffelmozzarella und noch irgendwas zum Naschen*. Am Ende fanden sich 39 Artikel auf dem Kassenzettel, der Einkaufswagen mit der Nummer 4444 war gut gefüllt und meine 4 Leinenbeutel reichten gerade so zum Abtransport aus. Und da war das Weißbrot noch gar nicht mitgerechnet, da ich das vom außerhalb befindlichen Bäcker holte. Der daneben liegende Fleischer mit eigener Produktion und Aufzucht (wobei wohl selbst die Futtermittel selbst produziert werden) bekam auch noch einen Besuch.

So endet dieser teure Nachmittag in Demut. Habe ich also mal wieder dem Gott Kon Sum geopfert. Oder ist es doch der Teufel? Ich weiß nur, dass die Rechnung höher und der Kassenzettel länger geworden wäre, wenn ich wirklich alles gekauft hätte, was mich interessierte. Aber da hat mich der Blick auf die jeweiligen Zutatenlisten vor dem Verlust zu vieler Euros bewahrt. Es gibt eben doch noch einige Stoffe in Nahrungsmitteln (ich vermeide bewusst den Begriff Lebensmittel), die da nicht reingehören. Sind sie doch drin, kommt das Produkt eben nicht in den Warenkorb.

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* Der Begriff ist etwas weiter als üblich gefasst. Gemeint ist alles Essbare, das normalerweise nicht zum Verzehr auf dem Tisch steht und den Nimbus von was besonderem hat. Der Büffelmozzarella gehört zum Beispiel dazu oder der Ziegenmilchcamembert, aber natürlich auch die Salzstangen.

RuGCast - Der Podcast von RundumGenuss

 
 

Medien am Sonntag

Nachdem die meisten Tageszeitungen ihre Leser mit einer extradicken Samstagsausgabe ins Wochenende schicken, leisten sich einige große Blätter auch eine Sonntagsausgabe. Wer kennt sie nicht: WamS, BamS, FAS usw. Ich vermute mal, dass es am Deutschen Arbeits- oder Presserecht liegt, dass diese Zeitungen zwar den Namen ihrer werktäglichen Schwestern tragen, meist aber recht eigenständig produziert werden. Daneben gibt es dann auch noch die Zeitungen, die nur sonntags erscheinen, in der Region heißen die meist irgendetwas mit Blitz am Ende.

Aber einige dieser Sonntagsmedien, vor allem, wenn sie ungefragt oder ungebeten ins Haus kommen, sind doch manchmal lästig oder stören sogar richtig. So ist es mir heute früh passiert. Und dabei war es dann noch nicht mal das Original, sondern nur eine Billigausgabe der KamS. Kennen Sie nicht? Doch, doch. Nur vielleicht unter anderem Namen. Sie kommt auch mal unter der Woche ins Haus, meist aber im Wochenende, vor allem, wenn es um private Empfänger geht. Meist nervt sie auch eher, wenn sie beim Nachbarn ist, wenn sie selber hat, dann stört sie einen auch weniger.

Das Druckerzeugnis, was ich meine, wird auch eher von Eigenheim- oder Autobesitzern gehalten, Mieter haben sie seltener. Und wenn man sie Spalte für Spalte nutzt, hat man davon durchaus auch einen gewissen Mehrwert, zu ungünstigen Zeitpunkten stören sich aber die Nachbarn dran. Wie eben im meinem Fall, sonntags vormittags, vor allem, wenn man ihn – also den Sonntag – ruhig angehen lassen will. Aber das hat er nun mal so an sich, der Kärcher am Sonntag, der nicht mal einer war, sondern nur ein Nachbau.

(Freiluftgebloggt: 13°11’01″E, 53°25’20″N, Aussichtspunkt Wanzkaer See an der L 34, O2-Netz stabil, EDGE, e-plus stabil, GPRS, Ausblick: http://twitpic.com/20fpjb)