Beiträge mit dem Stichwort ‘Satire’

Medien am Sonntag

Nachdem die meisten Tageszeitungen ihre Leser mit einer extradicken Samstagsausgabe ins Wochenende schicken, leisten sich einige große Blätter auch eine Sonntagsausgabe. Wer kennt sie nicht: WamS, BamS, FAS usw. Ich vermute mal, dass es am Deutschen Arbeits- oder Presserecht liegt, dass diese Zeitungen zwar den Namen ihrer werktäglichen Schwestern tragen, meist aber recht eigenständig produziert werden. Daneben gibt es dann auch noch die Zeitungen, die nur sonntags erscheinen, in der Region heißen die meist irgendetwas mit Blitz am Ende.

Aber einige dieser Sonntagsmedien, vor allem, wenn sie ungefragt oder ungebeten ins Haus kommen, sind doch manchmal lästig oder stören sogar richtig. So ist es mir heute früh passiert. Und dabei war es dann noch nicht mal das Original, sondern nur eine Billigausgabe der KamS. Kennen Sie nicht? Doch, doch. Nur vielleicht unter anderem Namen. Sie kommt auch mal unter der Woche ins Haus, meist aber im Wochenende, vor allem, wenn es um private Empfänger geht. Meist nervt sie auch eher, wenn sie beim Nachbarn ist, wenn sie selber hat, dann stört sie einen auch weniger.

Das Druckerzeugnis, was ich meine, wird auch eher von Eigenheim- oder Autobesitzern gehalten, Mieter haben sie seltener. Und wenn man sie Spalte für Spalte nutzt, hat man davon durchaus auch einen gewissen Mehrwert, zu ungünstigen Zeitpunkten stören sich aber die Nachbarn dran. Wie eben im meinem Fall, sonntags vormittags, vor allem, wenn man ihn – also den Sonntag – ruhig angehen lassen will. Aber das hat er nun mal so an sich, der Kärcher am Sonntag, der nicht mal einer war, sondern nur ein Nachbau.

(Freiluftgebloggt: 13°11’01″E, 53°25’20″N, Aussichtspunkt Wanzkaer See an der L 34, O2-Netz stabil, EDGE, e-plus stabil, GPRS, Ausblick: http://twitpic.com/20fpjb)

 

Afrika zum Mitnehmen

Afrika ist ein aufstrebender Kontinent. Nicht nur, dass im südlichsten Land in wenigen Wochen die Fußballweltmeisterschaft stattfindet, auch die Wirtschaft entwickelt sich immer weiter. Während Ägypten im Norden oder Kenia im Osten viel auf  Tourismus setzen, wird zum Beispiel im Victoriasee der Viktoriabarsch für die heimischen Tiefkühltruhen geerntet. Wein aus Südafrika oder die dazugehörigen Korken aus Marokko runden das Bild ab. Natürlich gibt es auch noch Vanille aus Madagaskar und diverse Bodenschätze auf bzw. unter dem ganzen Kontinent.

Die Regionen bezogene Vermarktung der Afrikanischen Produkte lässt im allgemeinen aber noch zu Wünsche übrig. Nach den Highlights “Pyramiden von Gizeh”, den schon erwähnten “Wein aus Südafrika” oder die “Piraten von Somalia” hört es meist auch schon auf. Aber ein westafrikanisches Land beschreitet hier jetzt neue Wege und versucht, auf dem europäischen und im besonderen auch auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.

Letzteres mag auch daran liegen, dass das Land bis 1914 eine deutsche Kolonie war. Heute ist die vertriebene Produktvielfalt groß; sie reicht von Kaffee und entsprechenden Getränken über verschiedene Imbissangebote bis hin zu elektronischen Diensten für Skype oder VPN. Der Trick: Hinter das entsprechende Angebot wird immer gleich der Landesname gesetzt, so ist er in aller Munde und wird nicht vergessen.

Sehr schlank zwischen Benin, Ghana, Burkina Faso und dem Atlantik gelegen, hat es Togo, das Land mit den knapp 6 Millionen Einwohnern, geschafft. Wer mit offenen Augen durch die Konsumtempel geht, findet es überall: Kaffee (anglifiziert auch: Coffee) Togo, Skype Togo, VPN Togo, Espresso Togo, Wrap Togo, Drink Togo, Crêpe Togo …

P.S.: Noch ein beinahe wahrer Wirtschaftswitz: Afrika ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht. Da sagen sich die  Europäer: “Vielleicht sollten wir uns dort zielstrebig einkaufen.” “Wir verkaufen aber nicht”, denken sich die Chinesen.

RuGCast - Der Podcast von RundumGenuss

 
 

Tourneebericht

Auf meiner Tournee durch Neubrandenburgs Einkaufscenter erblicke ich immer mal wieder schöne Aushänge, Werbungen, Hinweistafeln und ähnliches. Und, obwohl ich gerade nicht darauf aus war, Nahrung zu erheischen, fiel mir die Speisekarte eines kleines Bistros ins Auge:

Aus typografischer Sicht stellt sich hier bei der permanenten Großschreibung das Problem mit dem großen “ß”, was es (noch) nicht gibt. Aber ich finde, es ist bei den beiden Soßen recht unauffällig und damit elegant gelöst. Beim Püree darf die kulinarische Frage gestellt werden, ob es sich um ein Selleriepüree, ein Pastinakenpüree, ein Erbspüree, ein Wrukenpüree oder doch “nur” um ein Kartoffelpüree handelt. Das soll uns aber nicht beschäftigen.

Die erstgenannte Soße lässt die kleinen grauen Zellen anspringen und Fragen aufkommen. Bei der u. g. Tomatensoße bilden (hoffentlich) Tomaten die wesentliche Grundlage. Deswegen der Name. Aber bei der Hausfrauensoße? Vermutlich ist es hier aber ähnlich wie beim Rapsöl-Olivenöl-Traubenkernöl-Babyöl-Paradoxon. Vielleicht wurden aber auch nur Kittelschürze, Kopftuch, Besen und Wischmob ausgekocht und als Basis genommen? Oder ist es eine schwungvolle Mischung aus Spülmittel, Glasreiniger, Allzweckreiniger und (zur Hebung des Wohlgeschmacks) Essigreiniger (mit 5% Balsamico-Essig)?

Wir werden es nie erfahren, da ich den Aufstieg in die 1. Etage nicht gewagt habe. Die Leere dort hätte mich vermutlich aufgesogen.

 

Der TV-Tipp: Lasst Euch einweisen

Mit “Neues aus der Anstalt” zeigt das ZDF im Abstand von ca. 5 bis 6 Wochen die momentan beste Satiresendung im deutschen Fernsehen. Die aktuelle Ausgabe (Nr. 32), eben gerade über die Bildschirme gegangen, sollte von allen politisch interessierten Menschen auswendig gelernt werden! Wer sie verpasst hat, sollte unbedingt versuchen, sie irgendwo in der Wiederholung bzw. in der ZDF Mediathek zu gucken!

Die Wiederholungstermine:

  • 24.02., 2:30 Uhr, ZDF
  • 25.04., 19:40 Uhr, ZDFtheaterkanal
  • 25.04., 23:45 Uhr, ZDFneo
  • 27.02., 15:02 Uhr, ZDFinfokanal
  • 28.02., 20:15 Uhr, 3sat
  • 06.03., 21:30 Uhr, ZDFinfokanal

Nächste neue Sendung: 16.03., 22:15 Uhr, ZDF

Update: Ein Mitschnitt der Sendung liegt zur Ansicht vor.

 

Kinderhandel in Neubrandenburg?

Es deutet einiges darauf hin, dass in Neubrandenburg der Kinderhandel blüht. Oder wie darf man folgendes Schaufenster interpretieren?